Am 13.03.2010 wurde das Diagnostik- und Therapiezentrum für Patienten mit angeborenen Immundefekten eröffnet. Das Immundefektzentrum Leipzig (IDCL) am
Klinikum St. Georg wurde als viertes derzeit aktives deutsches und bereits gut etabliertes diagnostisches Zentrum ausgesucht, um in Kooperation mit der Jeffrey Modell Foundation (JMF) und mittels einer großzügigen Spende nicht nur über angeborene Immundefekte aufzuklären, sondern auch ihre Ursachen zu erforschen und ihre frühzeitige Diagnostik zu verbessern. Dies alles geschieht in enger Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern der
Deutschen Selbsthilfe für angeborene Immundefekte (DSAI). Bereits seit 20 Jahren bestehen enge Beziehungen zwischen dem Leiter des IDCL, Herrn Prof. Dr. Michael Borte und der DSAI.
Das Jeffrey Modell Foundation Zentrum Leipzig am Klinikum St. Georg ist das einzige seiner Art in Mitteldeutschland und schon heute werden hier nicht nur Patienten mit primären Immundefekten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sondern auch aus Bayern, Niedersachsen und Brandenburg betreut.
Es bestehen enge Kooperationen mit dem
Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin (IKIT) der
Universität Leipzig,
dem Leipziger Fraunhofer Institut für Immunologie und Zelltherapie (IZI), dem
Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig sowie mit dem
Karolinska Institut Stockholm in Schweden. Die Vernetzung der deutschen und europäischen JMF-Zentren zum Wohle der anvertrauten Patienten, ihrer verbesserten Diagnostik und Therapie ist dabei Prof. Borte ein besonders wichtiges Anliegen.
Die Jeffrey Modell Foundation (JMF) wurde von Vicki und Fred Modell gegründet, nachdem ihr Sohn Jeffrey im Alter von 15 Jahren an einem angeborenen Immundefekt verstarb. Bei Jeffrey wurde ein primärer Immundefekt zu einer Zeit diagnostiziert, in der die Möglichkeiten für eine Therapie noch sehr eingeschränkt und wenig erprobt waren. Inspiriert durch den Mut und den Optimismus, den der Junge trotz seines Leidens stets ausstrahlte, gründeten seine Eltern diese Stiftung, die seinen Namen trägt. Im Jahr 2000 wurde in Paris das erste europäische Jeffrey Modell Foundation Zentrum gegründet mit dem Ziel, die experimentelle Gen-Therapie als Möglichkeit angeborener Immundefekte zu unterstützen. Danach wurden auch andere JMF-Zentren außerhalb der USA, so z. B. in Schweden (Stockholm), in Großbritannien (London) oder in Deutschland (zuerst in Berlin und München, dann auch in Hannover) eröffnet und unterstützt.
Einen besonderen Schwerpunkt der Stiftungsarbeit bildet die Aufklärungsarbeit über angeborene Immundefekte
(„Awareness“-Kampagnen).
Eltern, Ärzte und all jene, die Kinder täglich sehen und betreuen, sollen frühzeitig über mögliche Krankheitszeichen informiert werden, um Patienten frühzeitig erkennen und diagnostizieren zu können, damit sie einer adäquaten Therapie zugeführt werden können.
Die Häufigkeit von angeborenen Immundefekten wird gegenwärtig allgemein, aber insbesondere auch von der Gesundheitspolitik dramatisch unterschätzt. Dabei sind primäre Immundefekterkrankungen aber häufiger als der insulinpflichtige Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit, von der man als „Volkskrankheit“ spricht!