Um zu testen, ob sich der neue barrierefreie Internetauftritt in der Praxis bewährt, nahm das Klinikum Kontakt zur "
Deutschen Zentralbibliothek für Blinde zu Leipzig (DZB)" auf.
Die Deutsche Zentralbibliothek für Blinde kooperiert mit dem
BIK-Projekt, um auch in Mitteldeutschland Beratung, Tests und Workshops zur Förderung und Umsetzung der Barrierefreiheit im Internet anbieten zu können. BIK steht für barrierefrei informieren und kommunizieren, Webangebote besser zugänglich machen und so die Arbeitsplatzchancen behinderter Menschen zu verbessern.
Beim Besuch der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde zu Leipzig wurde von dem Berater Sebastian Brückner und dem blinden Mitarbeiter Ulrich Jander der barrierefreie Internetauftritt des Klinikums St. Georg Leipzig geprüft und positiv eingeschätzt. Es konnte vor Ort verfolgt werden, wie die Seiten des Klinikums von einem Screenreader vorgelesen und parallel auf ein Braille-Display übertragen wurden. "Ausbau und Pflege der Barrierefreiheit werden immer ein dauerhafter Prozess bleiben.", so DZB-Berater Brückner.
Der Verband ist Selbsthilfeorganisation und Interessenvertreter blinder und sehbehinderter Menschen in ganz Deutschland. Die
Kreisorganisation Leipzig-Stadt ist die örtliche Vertretung im Freistaat Sachsen. Die Nutzung des Internets ist eine Aufgabe, der sich die Mitarbeiter der Leipziger Organisation widmen.
Die blinde Vorsitzende des Leipziger Verbandes, Christiane Kohl, begrüßte den barrierefreien Internetauftritt und bewertete ihn positiv. Sie wünscht sich, dass noch mehr öffentliche Einrichtungen dem Beispiel des Klinikums St. Georg Leipzig folgen werden.
In der
Diakonie am Thonberg Leipzig – einer anerkannten Werkstatt für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen – galt der Besuch vor allem dem Umstand, zu erfahren, wie Menschen mit Behinderungen die Navigation im Internet bewältigen. Unter Führung durch Rene’ Huxhold und Jana Hellem konnten zwei Behindertenarbeitsplätze besucht werden.
Ein motorisch behinderter Anwender erprobte die Navigation mit der Tastatur, da er - aufgrund seiner Behinderung - die Maus nicht benutzen kann. Gerade bei motorischen Behinderungen sind eine klare Menüführung und ein verständlicher Inhalt besonders wichtig. Selbst eine besonders schwer behinderte Anwenderin, die zur Navigation eine Kopfsteuerung benutzen musste, konnte den Interntauftritt gut handhaben. Durch die Mitarbeiter der Diakonie am Thonberg wurde eingeschätzt, dass sich der Internetauftritt auch von körperlich Behinderten sehr gut bedienen lässt.